Sie haben Post von der Polizei, dem Staatsanwalt oder dem Gericht erhalten und sind als „Beschuldigter“ zu einer Vernehmung geladen worden?

Unabhängig von der Frage, ob Sie mit dem dort geäußerten Vorwurf „etwas zu tun haben“, sollten Sie sich stets bewusst machen, dass die Ermittlungsbehörden den Sachverhalt aufklären und dabei die für und gegen den Beschuldigten sprechenden Fakten ermitteln sollen. Sie als Beschuldigter kennen jedoch nicht den Stand der bisherigen Ermittlungen und die Richtung, in die diese möglicherweise bereits geführt werden.

Lassen Sie sich daher, bevor Sie mit den Behörden kommunizieren und sich dabei durch unbedachte Äußerungen ggf. selbst belasten, anwaltlich beraten. Ein Rechtsanwalt kann etwa vor einer Vernehmung Akteneinsicht beantragen und Sie dann aufgrund des gleichen Kenntnisstandes mit den Ermittlungsbehörden umfassend rechtlich beraten.

Unbedingt vermeiden sollten Sie auch in einer Situation des Zusammentreffens mit der Polizei, etwa im Rahmen von Durchsuchungshandlungen, Festnahmen u.a., sich auf Gespräche „außerhalb des Protokolls“ oder vermeintlich gut gemeinte Plaudereien einzulassen. Sie sollten sich bewusst machen, dass Sie als Beschuldigter immer das Recht zu schweigen haben – ein nachteiliger Schluss darf aus diesem zulässigen Verhalten nicht gezogen werden.

Nutzen Sie daher ihr Schweigerecht, bis sie umfassend anwaltlich beraten wurden. Ein Geständnis, eine Erklärung oder eine Klarstellung kann auch später erfolgen, ohne dass Sie Gefahr laufen, versehentlich rechtlich missverständliche Erklärungen abzugeben.

Sie haben Post von der Polizei, dem Staatsanwalt oder dem Gericht erhalten und sind als „Zeuge“ zu einer Vernehmung geladen worden?

Als Zeuge sind Sie grundsätzlich verpflichtet eine Aussage zu tätigen. Allerdings gibt es Ausnahmen, etwa die Aussageverweigerungsrechte bei mgl. eigener Strafbarkeit oder Zeugnisverweigerungsrechte bei nahen Angehörigen oder Berufsgeheimnisträgern. Wenn Sie Bedenken oder Ängste haben als Zeuge an dem Verfahren mitzuwirken, lassen sie sich über Ihre Rechte und Pflichten anwaltlich beraten. In vielen Fällen gibt es auch die Möglichkeit, sich auch als Zeuge im Strafprozess anwaltlich vertreten zu lassen, um seine Rechte als Opfer einer Straftat hinreichend wahrnehmen zu können. Gerade Opfer von Gewaltstraftaten oder auch deren Angehörige können sich u.U. dem Verfahren als Nebenkläger anschließen und damit aktiv an dem Prozess mitwirken. Auch Schadenersatzansprüche können bereits im Strafprozess gerichtlich geltend gemacht werden. Gern begleiten wir sie auch als Zeugenbeistand zu Ihrer Vernehmung.

Gern beraten wir sie zu dieser Thematik.

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